Das Knopfloch

 

 

Das Knopfloch

Knopfloch ist nicht gleich Knopfloch! Man unterscheidet zwischen Wäscheknopflöchern, Augenknopflöchern und Paspelknopflöchern.

Wäscheknopflöcher kommen sehr häufig vor. Sie werden aus dünnem Nähgarn gefertigt, haben einfache, gerade Abschlüsse in Form von Verriegelungen und finden ihre zweckmäßige Anwendung in Hemden und Blusen. Leider neigen sie dazu sich leichter aufzulösen. Aus Gründen der Kostenminimierung werden sie in der Industrie allerdings oft auch in Jacken angewandt.

In hochwertige Mäntel, Jacken und Blazer gehören ausschließlich Augenknopflöcher! Sie sehen nicht nur plastischer und damit edler aus, sondern sind auch deutlich länger belastbar. Namensgebend ist die wunderschöne kreisrunde Augenform, die den Knopf organisch umschließt. Ihre Besonderheit liegt darin, dass ein Spannfaden (Gimpe) mitgeführt wird. Die Haltbarkeit und die edle Plastizität werden durch ein Spezialgarn in kräftiger Stärke erreicht.

Paspelknopflöcher wiederum erinnern an Kleider, Jacken und Mäntel der 50er und 60er Jahre. Große stoffbezogene Knöpfe als auffälliges Zierelement wurden damals mit Paspelknopflöchern geschlossen. Diese wurden aus dem passenden Oberstoff des jeweiligen Modells oder einem kontrastierenden Stoff eingearbeitet. Heute findet man diese handwerkliche Verarbeitung primär in Trachtenkleidung wieder.

Die Knopflochposition wird mit Hilfe einer dafür hergestellten Schablone mit einem Fadenkreuz markiert. Die Maschine wird auf die exakte Knopflochlänge eingestellt, so werden einheitliche Knopflochgrößen an einem Modell gewährleistet. Ist alles aufeinander abgestimmt, wird der Stoff in den Augenknopflochautomaten gelegt.

Die vier kräftigen Garnfäden und zwei noch dickeren Gimpenfäden werden langgelassen und von Hand miteinander zu einem Riegel verstochen.

Die Fäden werden gut vernäht. Danach kann das Auge mit einer Lochzange präzise durchstoßen werden.

Zum Schluss wird das Knopfloch aufgeschnitten. Auch jeder einzelne Knopf wird von Hand mit dickem Knopflochgarn oder mit einem mehrfach gelegten Steppgarn angenäht, damit er bestmöglich hält. Falls doch mal einer verloren gehen sollte, befindet sich in jedem Kleidungsstück ein passender Ersatzknopf.