Wolle ist nicht gleich Wolle

Der Tragekomfort eines Models hängt von der Hochwertigkeit der Schurwolle und der darauf abgestimmten Verarbeitungstechnologie ab. Diese Qualitätssymbiose entscheidet auch über die Langlebigkeit Ihres Kleidungsstücks.

Wolle ist nicht gleich Wolle. Während reine Schurwolle vom lebenden Schaf gewonnen wird und keinerlei faserschädigenden Behandlungen ausgesetzt war, wird Wolle überwiegend aus Abfällen gesponnen und zur besseren Stabilität stark chemisch ausgerüstet.

Zum Schutz der Verbraucher regelt das Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) die erlaubten und vorgeschriebenen Bezeichnungen für Wolle (WO) und Schurwolle (WV). Der Begriff „reine Schurwolle“ ist vom Gesetzgeber u.E. dahingehend geschützt, als Schurwolle nur dann so bezeichnet werden darf, wenn das Wollerzeugnis ausschließlich aus einer Faser besteht, die niemals in einem anderen Fertigerzeugnis enthalten war.

Die Qualitätsmerkmale reiner Schurwolle sind abhängig von

  • Den verschiedenen Schafarten. Die feinste Schurwolle kommt vom Merino-Schaf.
  • Der Faserlänge. Rohwollen können unterschiedliche Stapel- bzw. Faserlängen haben. Die Faserqualität hängt ab von der Stapellänge. Je länger sie ist, desto reißfester ist das aus ihr gesponnene Garn. Je kürzer die Stapellänge umso mehr kratzt die Oberfläche.
  • Der Garnfeinheit. Bekannte Klassifizierungsbezeichnungen sind „Super 100“, „Super120“ und Super „150“. Die Länge der versponnenen Faser pro Gramm Gewicht entspricht der jeweiligen Zahl. Ein „Super 100“-Garn hat somit eine Faserlänge von 100 Metern je Gramm. Je höher die Zahl, desto feiner die Wollfaser.

Hochwertige Schurwolle, wie wir sie bei JORDAN einsetzen, ist leicht und angenehm wärmend, da sie über eine sehr gute natürliche Thermoregulation verfügt. Sie kann bis zu 33% ihres Trockengewichtes an Wasser aufnehmen ohne sich feucht anzufühlen und sie leitet Feuchtigkeit wesentlich schneller ab als zum Beispiel Baumwolle. Das gute Wärmeverhalten erreicht Schurwolle, weil sie die Wärmestrahlung des Körpers reflektiert. 85% des Gesamtvolumens besteht aus einem Luftpolster, welcher für die hervorragende Wärmeisolationsfähigkeit sorgt.

Schurwolle garantiert eine hohe Farbbeständigkeit und ist schwer entflammbar. Da die Fasern sehr elastisch sind, ist sie weich im Griff und knittert kaum. Sie nimmt im Gegensatz zu Kunstfasern kaum Gerüche an (z.B. von Schweiß), und hat eine natürliche Selbstreinigungsfunktion, denn aufgenommene Gerüche werden wieder an die Luft abgesondert. Nach kurzer Zeit an der frischen Luft riecht Schurwolle wieder neutral und frisch.

(Quellen: Schafwolle, Reine Schurwolle)