Der Zukunft entgegen

FAATIMAH MUHAMMAD
Haarkünstlerin

Sie trägt einen weißen Glockenrock mit tief eingelegten Falten. Behutsam mustert sie unsere Kollektion und sucht sich ein jadefarbenes Oberteil zu ihrem Rock aus. Ihr Teint strahlt damit. Sie streift sich unser nachtblaues Satin-Mantelkleid über. Plötzlich raunt es im Raum. In dieser Kombination verblüfft sie alle.

Ein Fotoshooting von InJewels steht an. Eine kleine Gruppe von anwesenden Frauen beobachtet fasziniert Faatimahs Verwandlung. Die Art wie sie sich in diesem Outfit bewegt und ihre Ausstrahlung machen mich neugierig. Wer ist diese starke und zugleich feinsinnige Frau?

Ich durfte Faatimah kennenlernen. Als Tochter eines Imams, der über 200 Kinder zeugte, wuchs sie in einer muslimischen Kommune in New York City auf. Allerdings abgeschottet von dem New York, was wir kennen. Mit 18 Jahren wurde sie verheiratet und bekam wenig später ihre Tochter. Sie flüchtete, zog nach Atlanta und entdeckte sich selbst in der Kunst.

Vor 15 Jahren hat sie sich einen Traum erfüllt. Entgegen vieler Widerstände, eröffnete Faatimaah ihren eigenen „Salon für natürliche Haare“. Sie setzt sich für das Recht von schwarzen Frauen ein, ihrer Natur Ausdruck zu geben und stellt sich damit gegen alle Formen von Reglementierungen, wie Afrikanerinnen im öffentlichen Leben ihre Haare zu tragen haben. Faatimah möchte sich in Zukunft mehr ihren unmittelbaren eigenen Bedürfnissen zuwenden. Sie will Reisen und dabei Orte suchen, die mehr Verbundenheit leben lassen. Vor allem aber hat sie ihre Malerei wiederentdeckt und wird auf eine sehr weibliche Art, ihr Schicksal, und damit das Schicksal vieler afrikanischen Frauen, als Küntlerin politisch benennen.

Auf die Frage, wie sie sich im JORDAN-Outfit mit Schmuck von InJewels fühlt, erwiderte sie:

„Als könnte ich damit die Welt erobern“. Dann lachte sie und sagte: „Naja, das war jetzt Spaß. Aber im Ernst, ich fühle mich wie zehn Schritte weiter. Ich kann spüren, wie ich meiner Zukunft entgegengehe und schon in einer Gesellschaft angekommen bin, in der ich als schwarze Frau gehört und respektiert werde. Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, die eigene, natürliche Autorität als innere Stärke zu spüren und so von anderen Menschen wahrgenommen zu werden. In einer Weise, dass auch mein Wort Wert hat. Es ist weniger der Stil, es ist mehr die Energie, welche ich in dieser Kleidung entwickeln kann. Diese Energie lässt meine innere Stärke nach Außen strahlen.“

Fotografie und Copyright: Rafael Gruber
Schmuck: Stella Poku
Location: heimlichtreu
Starke Frau: Faatimah Muhammad
Interview: Karin Jordan